Mini-U-Boot wieder unterwegs in den UNESCO-Pfahlbauten im Mondsee

Vom 19. bis 21. April werden deutsche Wissenschaftler wieder gemeinsam mit dem Kuratorium Pfahlbauten in der Pfahlbausiedlung See den Einsatz von neuen Technologien erforschen. Interessierte sind eingeladen, am Bildschirm zu beobachten, wie live ein virtuelles 3D-Modell der Siedlung entsteht.

 

 

Bereits zum vierten Mal wird Marco Block-Berlitz von der HTW Dresden mit seinem Team anreisen, um neue Dokumentationstechniken in den UNESCO-Pfahlbauten See zu testen. Mit Hilfe eines kleinen, ferngesteuerten U-Bootes wird der Professor für Computergrafik mit seinen Helfern dabei die Oberfläche der Pfahlbausiedlung abfilmen und aus den Videos direkt vor Ort ein virtuelles 3D-Modell erstellen.

 

Ziel des Projektes, das gemeinsam mit dem österreichischen Management des UNESCO-Welterbes der Prähistorischen Pfahlbauten um die Alpen durchgeführt wird, ist die Weiterentwicklung von Dokumentationstechniken. „Wir wollen damit langfristig eine schonende und kostengünstige Überwachung des Erhaltungszustandes von Unterwasserdenkmälern ermöglichen“, erklärt Cyril Dworsky vom Kuratorium Pfahlbauten. Eine solche Überwachung, die aufgrund des hohen Personalaufwandes mit Spezialisten alleine nicht zu bewerkstelligen sei, könne mit der richtigen Technik eines Tages gemeinsam mit Citizen Scientists erfolgen.

 

Eine solche Einbindung der Menschen und die Möglichkeit, direkt an der Erhaltung des UNESCO-Welterbes mitzuwirken, sei auch ganz im Sinne der Welterbekonvention, ergänzt Carmen Löw, die im Kuratorium Pfahlbauten unter anderem für die Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort zuständig ist. „ Wir wollen und sollen den Menschen Anteil am Welterbe geben. Mit Projekten wie Archaeonautic kann das auch im Denkmalschutz auf Augenhöhe erfolgen.“

 

Interessierte sind eingeladen, ab Donnerstagnachmittag bis Samstagabend bei der UNESCO-Welterbesiedlung See am Ausfluss des Mondsees vorbeizuschauen. Sie können sich dann nicht nur einen Eindruck vom Fortschritt im Forschungsprojekt verschaffen, sondern auch eine der seltenen Gelegenheiten nutzen, die rund 6000 Jahre alten Pfahlbauten von See trockenen Fußes und ganz aus der Nähe zu betrachten.


Das Kuratorium Pfahlbauten betreut den österreichischen Teil des internationalen UNESCO-Welterbes „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“. Es ist für den Schutz und die Wissensvermittlung der fünf österreichischen Pfahlbau-Welterbestätten zuständig. Das Kuratorium beteiligt sich außerdem an der Erforschung der österreichischen Pfahlbauten und hat mit den „Studies on Community Heritage Involvement and Communication“ einen eigenen Forschungsschwerpunkt, in dessen Zentrum die Interaktion mit der Öffentlichkeit steht.

Seit 2016 kooperiert das Kuratorium Pfahlbauten mit der Forschungsgruppe Archaeonautic von der HTW Dresden. Die Untersuchungen in der UNESCO-Welterbestätte See finden im Rahmen des Forschungsprojektes Archaeonomous statt. Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines semi-autonomen Mini-U-Boots auf Basis bereits vorhandener Hardware, das sich für Sondierungstauchfahrten an potentiellen Fundstätten aber auch für regelmäßige Monitoring-Aufgaben einsetzen lässt.

Ein Schnorchler setzt das Mini-U-Boot Manio vorsichtig in den Mondsee.
(Bild: Kuratorium Pfahlbauten)

 

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Das Austro-Amerikanische Konservatorium in Mondsee

 

(1929 – 1933)

 

Ein Rückblick auf besondere Jahre des kulturellen Lebens im Markt

 

Vortrag von Thomas Weismann

 

 

Ende der 20-er und Anfang der 30-er Jahre wurden in Mondsee in fünf aufeinanderfolgenden Sommern sogenannte „Hochschulkurse für Musik und Bühnenkunst“ abgehalten, mit durchaus prominentem Lehrpersonal (z.B. Bela Bartok). Für den Markt waren die Kurse von touristischer und wirtschaftlicher Bedeutung, mit dem Schloss als Mittelpunkt. Über diese Zeit war bisher wenig bekannt oder publiziert. Diese musik- und lokalhistorisch interessante Periode soll in diesem Vortrag beleuchtet werden.

 


 

Modelleisenbahn Ausstellung


Der Heimatbund Mondseeland zeigt vom 24. - 26. November
beim Adventmarkt in Mondsee, im Kreuzgang-Konradraum des Kloster Mondsees Teile des neuen Modellbahn Ausstellungsbereiches der ab 2018 beim SKGLB Museum (nähe Seebad Mondsee) errichtet wird.

 

Freitag ab 17:00 Uhr
Samstag ab 14:00 Uhr
Sonntag ab 14:00 Uhr


Ehrung Konsulent Herbert Riesner und Mag. Anton Reisinger

Am Freitag den 17. November wurden Konsulent Herbert Riesner und Mag. Anton Reisinger für ihre jahrzehntelange ehrenamtliche Tätigkeit beim Heimatbund Mondseeland in Linz geehrt!!!

 

 

 

 

 

 

©Light-moments.at.

 

"Museen beherbergen wertvolles Kulturgut, sie sind ein wichtiger Ort unserer Identität und ermöglichen eine reflexive Auseinandersetzung mit unserer eigenen Geschichte. Ohne das große freiwillige Engagement der zahlreichen ehrenamtlich Tätigen wäre das Bestehen unserer vielfältigen Museumslandschaft undenkbar.

 

Mag. Anton Reisinger hat sich besonders im Heimatbund Mondseeland und im Bauernmuseum Mondseeland engagiert. Neben seiner jahrelangen Obmanntätigkeit im Heimatbund Mondseeland und als Vorstandsmitglied im Bauernmuseum war er von 2005 bis 2012 auch als Kustos im Österreichischen Pfahlbau- und Klostermuseum tätig. Als Autor und Herausgeber der Mitteilungen des Heimatbundes Mondseeland, aber auch als Kurator von Ausstellungen hat er ganz wesentlich zur wissenschaftlichen Erforschung der Geschichte des Mondseelandes beigetragen.

 

Konsulent Herbert Riesner war von 2012 bis 2014 Geschäftsführender Obmann im Heimatbund Mondseeland und viele Jahre lang Vorstandsmitglied beim Bauernmuseum Mondseeland und beim Heimatbund Mondseeland. Darüber hinaus betreute er von 2012 bis 2014 das Österreichische Pfahlbau- und Klostermuseum als Kustos, war im wissenschaftlichen Beirat des Heimatbundes tätig und organisierte zahlreiche Vereinsausflüge.

 

Aus diesem Anlass wurden Herr Mag. Reisinger und Herr Kons. Riesner am Freitag, den 17. November 2017 für ihre langjährige ehrenamtliche Tätigkeit im Dienste der Mondseer Museen im Rahmen einer Festveranstaltung vom Verbund Oberösterreichischer Museen besonders geehrt.

Die Urkunden wurden vom Präsidenten des Verbundes Oö. Museen Prof. Dr. Roman Sandgruber, Geschäftsführer Dr. Klaus Landa, Dr. Gerhard Gaigg von der Direktion Kultur des Landes Oberösterreich, Dir. Ursula Pötscher vom Vorstand des Verbundes Oö. Museen und Wolfgang Bauer von der OÖ. Versicherung AG überreicht."

Vortragsreihe

Berufsfischerei am Mondsee

Bauern- und Freilichtmuseum

- Sonntag, 17. September 2017 - Herbstfest und Oldtimertreff am Gelände des Freilichtmuseums

 

- Juli - August immer Samstag von 9:00–12:00 Flohmarkt

 

Veranstaltungen im Freigelände nur bei Schönwetter

Tanzkurse im Veranstaltungssaal www.tanzschule-opelt.at

Volkstanzkurs im Oktober laut Aushang

Verschiedene Kurse wie z.B.: Yoga usw. laut Aushang

Vortragsreihen z.B.: Fischerei am Mondsee aktuell auf museummondsee.at


Der Vater der modernen Pfahlbauforschung in Österreich,

Regierungsrat a.D. Johann Offenberger (82) ist am 23.7.2017 in Wien gestorben.

 

 

Johann Offenberger war durch Jahrzehnte mit Mondsee und dem Heimatbund Mondseeland durch seine wissenschaftliche Arbeit eng verbunden. Mit seiner Unterwasserforschung in den Pfahlbauten und den archäologischen Arbeiten im Bereich des ehemaligen Benediktinerklosters Mondsee und in der Basilika St. Michael hat er viel zur Aufhellung der Geschichte dieser kulturträchtigen Region beigetragen.

 

 

Die ersten Pfahlbauforschungen im Mondseeland begannen schon im 19. Jahrhundert und wurden unter der Leitung von Dr. Walter Kunze anfang der 60-er Jahre des 20. Jahrhunderts fortgesetzt. Diese Arbeiten waren in erster Linie Bergungen von Funden aus der Kulturschicht unter Wasser. Die wertvollen prähistorischen Siedlungsstätten wurden leider auch von Sporttauchern zunehmend entdeckt und damit in ihrem Bestand gefährdet.

 

 

So wurde im Jahr 1969 Johann Offenberger, der seit seiner Jugend eine Vorliebe für das Tauchen hatte und als archäologischer Grabungstechniker beim  Bundesdenkmalamt angestellt war von Frau HR Dr. G. Mossler aufgefordert „etwas zu unternehmen“. Zu diesem Zeitpunkt ahnte niemand der Beteiligten wohin die Reise gehen sollte.

 

 

In Anlehnung an ausländische Beispiele begann man die systematische Absuche der heimischen See nach Spuren von Siedlungsplätzen die heute unter Wasser liegen. Man entwickelte ein System mit Tauchern die gefundenen Plätze genau zu vermessen. Die nötige Zahl von Tauchern gewann Hans Offenberger bei Tauchclubs die sich in den Dienst der Sache stellten. Er selber hatte sich schon in frühester Jugend an der Taucherlegende Hans Hass orientiert und jetzt seine Sporttaucherambitionen zu einem Teil seines Berufes machen können. Einen breiten Raum der Arbeit nahm ab jetzt auch die enge Zusammenarbeit mit den verschiedensten Wissenschaftlichen Disziplinen ein. Eines der Institute war natürlich die „Limnologie“ die in dieser Zeit die Arbeit in Mondsee aufnahm.

 

 

So konnte bei der OÖ Landesausstellung 1981 zum Thema „Mondsee“ von Hans Offenberger in den ehemaligen Klosterräumen eine große Pfahlbauabteilung mit den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen eingerichtet werden. Als „Österreichisches Pfahlbaumuseum“ ist sie heute noch ein Teil der Mondseer Museumslandschaft.

 

 

Leider wurde die österreichische Pfahlbauforschung durch das Bundesdenkmalamt nach 25 Jahren eingestellt und muss seit der Erklärung von Pfahlbauten zum UNESCO Weltkulturerbe wieder neu gestartet werden.

 

 

Bei seinen archäologischen Arbeiten war Offenberger österreichweit nicht minder erfolgreich tätig. Mit viel Gespür und vor allem Fachkenntnis hat er an vielen bedeutenden Kulturstätten des Landes seinen Spaten angesetzt. Als Beispiele seien der Wiener Stephansdom, die alte Universität in Wien oder die Martinskirche in Linz genannt. Neu Erkenntnis die auch bis zum Umschreiben der Baugeschichte der Objekte führten waren die erfolgreichen Folgen.

 

 

Auch im Bereich des ehemaligen Klosters Mondsee konnte Offenberger in Zusammenarbeit mit dem Bauhistoriker Dr. Marian Farka bedeutende neue Erkenntnisse zur Geschichte Mondsees erarbeiten. Sie reichen vom Nachweis einer römischen Villa Rustica unter Teilen des alten Klosters, über die Besiedlung der folgenden Zeit bis zur Auffindung der Krypta der romanischen Klosterkirche. Auch interessante Einblicke in die Wirtschaftsgeschichte eines mittelalterlichen Klosters konnten ergraben werden. Auch diese Arbeiten mussten vorzeitig abgebrochen werden. Es wäre an der Zeit diese Arbeiten zu einem wissenschaftlich einwandfreien Abschluss zu bringen. Hans Offenberger wurde diese Möglichkeit nicht mehr gegeben.

 

 

Ein Forscherleben ist zu Ende gegangen. Die Ergebnisse seiner Arbeiten werden aber ein bleibender Teil der Forschungsgeschichte zur Österreichs Vergangenheit sein.

 

 

 

Konsulent Herbert Riesner – 28.7.2017

 

 

 


Mondseer "Urknödel"


Am Freitag, dem 4. November, hat Archäobotaniker Dr. Andreas G. Heiss vom ÖAI das landläufig als „Urknödel“ bezeichnete Objekt aus unserer Sammlung mit nach Wien genommen.

 

Der jungsteinzeitliche, schwarz verkohlte Klumpen soll mit Hilfe naturwissenschaftlicher Analysen, die im Rahmen des ERC-Projekts PLANTCULT und mit Unterstützung durch das Forschungsprojekt „Zeitensprung“ durchgeführt werden können, endlich seine Geheimnisse preisgeben.

 

Die Bestandteile des Objektes und deren Beschaffenheit sollen bestimmt werden. Vermutlich wird sich nach Abschluss der Untersuchungen auch sagen lassen, ob es sich tatsächlich um einen Knödel handelt oder ob das mehrere tausend Jahre alte Objekt anders gedeutet werden muss.

 

 

 

 

 

 

Andreas Heiss wird den Fund zunächst unter einem Lichtmikroskop untersuchen. © A. G. Heiss


Mitteilungen des Heimatbundes Mondseeland


Mitteilungen des

Heimatbundes Mondseeland (Nr. 206)

 

Die aktuelle Ausgabe der Mitteilungen des Heimatbundes Mondseeland ist fertig.

 

Heimatbundmitglieder bekommenen ihr Exemplar zugesendet. Alle vorherigen Ausgbaben stehen interessierten Lesern im Eingangsbereich des Museums zur Verfügung.

 

Viel Vergnügen beim Lesen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Pfahlbau- und Klostermuseum



Weltkulturerbe „See“ – Ein Forschungsbericht

In der Reihe Mondseer Dokumentationen, erschienen 2012 Herausgegeben von den Mondseer Museen

 

Der Autor, entdeckte im Jahr seiner Matura 1953 die Leidenschaft für das Tauchen. Angeregt von den Büchern des Tauchers Hans Hass kaufte er sich ein erstes Tauchgerät. Seine Leseleidenschaft führte ihn zur Archäologie. Nach einer gediegenen Ausbildung als Feldarchäologe bei Prof. Felgenhauer wurde er 1967 vom Wissenschaftsministerium als Archäologischer Grabungstechniker eingestellt. In der Folge leitete er dutzende archäologische Grabungen und machte sich einen Namen als Spezialist für die Archäologie des Früh- und Hochmittelalters. (Kloster Heiligenkreuz, ehemaliges Kloster Mondsee, Kleinmariazell, Alte Universität Wien, Stephansdom Wien)

 

Ende der 60-er Jahre konnte Johann Offenberger seine Tauchleidenschaft mit der Archäologie verbinden. Er rekrutierte interessierte Sporttaucher, bildete sie aus und etablierte praktisch aus dem Nichts eine eigenständige österreichische Unterwasser-Archäologie, die er zwanzig Jahre leitete.

Weltkulturerbe "See" Ein Forschungsbericht, Johann Offenberger

Dieses Buch ist eine erste kürzere Zusammenfassung der Forschung am Mondsee und eine Auseinandersetzung mit der Theorie des „Mondsee-Tsunami“ den der Geologe Binsteiner in der Folge eines Bergsturzes für den Untergang der Pfahlbaustation See am Mondsee verantwortlich macht. Offenberger zeigt in diesem Werk die Entwicklung der wissenschaftlichen Methoden zur Unterwasserforschung. Es sind 96 Seiten, die jeden an prähistorischen Siedlungen interessierten Leser eine gute Einführung in das Leben am See vor 5000 Jahren bietet.